Aktionstag Stadtmauer
Samstag 27. April 2019

Erfolgreicher Blick über die Mauern

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Aktionstag Stadtmauer in Horn, Foto: A. Mück

Die Stadtmauern besser kennenlernen – das ist das Ziel des Aktionstages Stadtmauer, der heuer zum 6. Mal von den NÖ Stadtmauerstädten veranstaltet wurde und sich mit kostenlosen Stadtführungen und einem vielfältigen Zusatzprogramm an Einheimische und Gäste gleichermaßen richtete. Zahlreiche BesucherInnen folgten der Einladung und erlebten interessante Stadtspaziergänge, spannende Rätselrallyes oder informative Ausstellungen. Die Bewerbung des Aktionstages wurde diesmal im Rahmen eines beim Interreg Kleinprojektefonds Österreich – Tschechische Republik eingereichten Projektes mit EU-Mitteln finanziell unterstützt. Zweisprachige Programmfolder wurden in der Projektpartnerstadt Znojmo aufgelegt und sollten auch Gäste aus dem Nachbarland zu einem Besuch der NÖ Stadtmauerstädte einladen.

Mit fast 100 Teilnehmern gab es in Drosendorf heuer einen Besucherrekord, sodass zwei Gruppen gebildet werden mussten. Bauforscher Oliver Fries erläuterte im Seminarraum des Schlosses Drosendorf dessen bauliche Entwicklung anhand historischer Darstellungen. Anschließend gab es eine Führung durch das ganze Gebäude vom Dachboden bis in den spätgotischen Keller. Nach dem fast dreistündigen Programm wurden die aufmerksamen Gäste von der Stadtgemeinde Drosendorf mit einem Gratis-Getränk in der Schlosstaverne oder einem Eis im „Eis-Baby“ belohnt.

In Eggenburg stand die Themenstadtführung am Aktionstag unter dem Motto „Eggenburger von A bis Z – Persönlichkeiten unserer Stadt“, die beim Pranger am Hauptplatz ihren Ausgang nahm. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, unter diesem Gesichtspunkt Neues und Wissenswertes über Eggenburg zu erfahren. Anschließend gab es Gelegenheit zur gemütlichen Einkehr mit mittelalterlichem Eintopf.

Der Aktionstag in Hainburg an der Donau war ganz der Fotografie gewidmet. Im Wasserturm wurde um 14 Uhr die Fotoausstellung „Hainburg einst und jetzt“ eröffnet, und anschließend machte sich eine Gruppe interessierter Besucher auf zum Stadtrundgang, um die ausgestellten Fotomotive in der Realität zu betrachten und selbst das eine oder andere Objekt gekonnt ins Bild zu setzen. Mit dabei war natürlich die Hainburger Stadtmauer mit ihren malerischen Türmen und Toren.

Die Möglichkeit, unter dem Titel „Einblicke unter die Dächer von Horn“ in die historischen Dachstühle des Museums, des Kunsthauses, der Pfarrkirche und der Apotheke aufzusteigen, begeisterte mehr als 80 Personen in Horn. Sie erlebten dabei eine einzigartige Stadtführung, die sonst nicht im Repertoire des touristischen Angebotes ist.

Kulturstadtrat Karl Heinz Klement kämpfte – historisch gewandet als „Bela von Ungarn“ – in Marchegg auf unterhaltsame Weise gegen Ottokar von Böhmen, um sich danach im Innenhof des Schlosses bei einem deftigen Gelage mit ihm zu versöhnen und auf den zukünftigen Thronfolger Wenzel II zu trinken. Die Kulturvermittlerin des Storchenhauses Anita Schreiner leitete diese humorvolle Führung, an der zahlreiche Interessierte teilnahmen. Die vorgetragenen Anekdoten und Geschichten wurden nach dem Rundgang in einem kniffligen Rätsel zum Thema gemacht. Den Gewinnern wurden Geschenkskörbe überreicht. Im Katakombenkeller des Heimatmuseums verwöhnten die Damen des Heimat- und Kulturvereines alle Teilnehmer mit einer deftigen Jause.

In Retz erkundeten rund 15 Teilnehmer, ausgehend vom Tourismusinfobüro am historischen Hauptplatz, die Retzer Stadtmauer. Sie erhielten einen umfassenden Einblick in die ereignisreiche Retzer Stadtgeschichte, von der die Stadtmauer mit den beiden gut erhaltenen Stadttoren und andere historische Bauwerke ein eindrucksvolles Zeugnis ablegen.

Der Fotospaziergang entlang der mittelalterlichen Stadtmauer für (Hobby-)Fotografen, Entdecker und Geschichtsinteressierte mit Ernest Zederbauer in Weitra war durch anhaltenden Regen etwas ungemütlich. Dennoch fand sich eine kleine Gruppe Fotobegeisterter zur Themenstadtführung zusammen, um – vielleicht gerade durch den Regen – besonders pittoreske Motive an der Stadtmauer einzufangen.

Trotz des Regenwetters war der Aktionstag in Zwettl ein voller Erfolg. Rund 70 Teilnehmer unternahmen mit den Stadtführern Christl Mayerhofer und Helmut Hahn ein „Humoristische Zwettler Zeitreise“ und durften sich zum Abschluss über eine kleine Überraschung freuen.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gratis-Stadtführungen konnten auch heuer wieder neue und unbekannte Seiten der Stadtmauerstädte entdecken und gemeinsam in die Vergangenheit eintauchen. Sie zeigten sich durchwegs beeindruckt von der Vielfalt des Erlebten und freuen sich auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr.

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Aktionstag Stadtmauer in Drosendorf, Foto: Peter Laher

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Aktionstag Stadtmauer in Marchegg, Foto: Klement

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Aktionstag Stadtmauer in Retz, Foto: A. Kliegl

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Aktionstag Stadtmauer in Weitra, Foto: Tourismusservice Weitra

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Aktionstag Stadtmauer in Zwettl, Foto: Touristinfo Zwettl

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NÖ Stadtmauerstädte - gemeinsam als Verein aktiv

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Als Idee im Jahr 2001 entstanden und als lose Arbeitsgemeinschaft seit 2003 verbunden, schlossen sich die 11 Mitgliedsstädte der NÖ Stadtmauerstädte – Drosendorf, Eggenburg, Groß-Enzersdorf, Hainburg an der Donau, Horn, Laa an der Thaya, Marchegg, Retz, Waidhofen an der Thaya, Weitra und Zwettl – bei der Gründungssitzung am 28. Februar 2018 in Eggenburg zu einem Verein zusammen. Zur Obfrau wurde die bisherige ARGE-Sprecherin Susanne Satory, Vizebürgermeisterin der Stadtgemeinde Eggenburg, gewählt. Sie bedankte sich für das Vertrauen und zeigte sich optimistisch, was die zukünftige Kooperation der Städte im gemeinsamen Verein betrifft.

Die Gemeinschaft der NÖ Stadtmauerstädte kann auf eine Reihe von Projekten und Aktivitäten zurückblicken, die – zu einem großen Teil mit finanzieller Unterstützung durch die NÖ Stadterneuerung – gemeinsam umgesetzt wurden. So wurde in den Anfangsjahren eine touristische Studie als Basis für die weiteren Maßnahmen erstellt, und bei Exkursionen zu Städten mit Stadtmauern in Tschechien und Kärnten ein Blick über den eigenen Tellerrand gemacht. Es folgte die Entwicklung eines Corporate Designs mit einem gemeinsamen und 11 individuellen Foldern, einheitlich beschilderten Themenwegen unter Einbeziehung der Stadtmauer in jeder Stadt, einer eigenen Homepage, Fahnen, Rollups und anderem mehr.

Um die Qualität der Stadtführungen zu heben, nahmen die Stadtführer und Stadtführerinnen an einem Qualifizierungslehrgang teil. Für Gastronomen wurde ein Workshop mit dem Titel „Schlemmen und Schmausen im Mittelalter“ und für Bauhofmitarbeiter eine Schulung durch das Bundesdenkmalamt zur fachgerechten Stadtmauern-Sanierung und -erhaltung organisiert.

Seit Jahren gibt es ein jährliches Gewinnspiel, einen regelmäßigen Newsletter und den Aktionstag Stadtmauer, der Interesse für das wertvolle kulturhistorische Erbe bei Einheimischen und Gästen wecken soll. Auch Schul- und Fotowettbewerbe wurden fallweise veranstaltet, und die Wanderausstellung „Kleider machen Leute“ über Kleidung und deren Herstellung im Mittelalter war in allen Stadtmauerstädten zu sehen. Unter dem Projekttitel „Inszenierung Stadtmauer“ wird aktuell von einigen Städten die Stadtmauer oder Teile davon mit Effektbeleuchtung betont.

Bei all diesen Aktivitäten wurden die Stadtmauerstädte von Beginn an durch Mitarbeiterinnen der NÖ Dorf- und Stadterneuerung bzw. seit 2015 der NÖ.Regional.GmbH betreut. Dass dies aufgrund der bisherigen Erfolge auch weiterhin so sein soll, darüber waren sich die Gründungsmitglieder des Vereins am 28. Februar einig. Auch die regelmäßigen Aktivitäten sollen weitergeführt werden, ergänzt durch eine jährliche Fachexkursion der Mitgliedsstädte im Frühjahr und ein Vernetzungstreffen im Herbst, zu dem nicht nur Vereinsmitglieder, sondern alle Städte Niederösterreichs mit Stadtmauern eingeladen werden. Grundsätzlich ist der Verein für neue Mitgliedsstädte offen, die vorherige Anpassung an die gemeinsame Auftrittslinie wird jedoch vorausgesetzt.

Gewinnspiel der NÖ Stadtmauerstädte

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Auch 2019 gibt es wieder ein Gewinnspiel der NÖ Stadtmauerstädte, bei dem Sie Aufenthalte in einer Stadtmauerstadt nach Wahl  gewinnen können:

  1. Preis:  Wochenend-Aufenthalt inkl. 1 Nächtigung mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, Stadtführung und Museumsbesuch
  2. Preis:  Stadtführung, Mittag- oder Abendessen und Museumsbesuch
  3. Preis:  Stadtführung und Mittag- oder Abendessen

jeweils für 2 Personen

Das Motiv auf der Karten-Vorderseite stammt aus der Stadtmauerstadt Horn und  zeigt den Fußgängerdurchgang an der Nordseite der Stadtmauer von der Robert Hamerling-Straße Richtung Stadtzentrum. An dieser Stelle und weiter Richtung Osten ist die Horner Stadtmauer unverbaut und daher besonders gut zu sehen. Bei einem Spaziergang entlang des beschilderten Stadtmauernrundweges erfahren Sie interessante Details der Stadtgeschichte und lernen das kulturhistorische Erbe Horns kennen.

Gewinnkarten liegen bei den Tourismusinfostellen, Museen und zahlreichen Betrieben in allen 11 Stadtmauerstädten auf. Online-Teilnahme ist auf dieser Website möglich. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2019.

Mauern verbinden - über Grenzen hinweg

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Auf großes Interesse stieß die Fachexkursion der NÖ Stadtmauerstädte in die grenznahe tschechische Stadt Znojmo/Znaim am 15. März 2019 im Rahmen eines beim Interreg Kleinprojektefonds Österreich – Tschechische Republik durchgeführten Projektes. An der Fahrt nahmen rund 30 mit dem Tourismus befasste Personen aus den Städten Drosendorf, Eggenburg, Hainburg an der Donau, Horn, Laa an der Thaya, Marchegg, Retz, Weitra und Zwettl teil. Ziel der Exkursion war es, Informationen und Einblicke in die touristischen Aktivitäten der Stadt Znojmo zu erhalten, insbesondere auch die historische Stadtmauer kennen zu lernen und sich mit Vertreterinnen der dortigen Tourismusstellen auszutauschen und zu vernetzen.

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Der Bürgermeister von Znojmo Jan Grois begrüßte die Gruppe im Rathaus, informierte über aktuelle Projekte und Schwerpunkte seiner Stadt und beantwortete Fragen zur wirtschaftlichen und touristischen Entwicklung von Stadt und Region.

Anschließend wurde unter der kompetenten Führung von Frau Zuzana Pastrňáková die Stadt erkundet. Erster Programmpunkt war der „Znaimer Untergrund“ – insgesamt 27 km lange Kelleranlagen, die in früheren Zeiten als Versteck vor Feinden und zur Vorratshaltung dienten. Heute zählen Themenführungen auf vier verschiedenen Routen und Veranstaltungen wie Märchentheater oder Halloween in den Kellern zu den touristischen Highlights der Stadt.

Nach dem Mittagessen ging es zum Areal der Znaimer Burg mit der kulturhistorisch besonders bedeutsamen „Rotunde der Hl. Katharina“, dem ältesten Gebäude der Stadt. In der Ausstellung über das Brauwesen auf dem alten Brauereigelände erfuhr man Wissenswertes über die Tradition des Bierbrauens. Zu guter Letzt stand die Besichtigung der Stadtmauer und einiger ihrer Türme auf dem Programm. Nach dem Aufstieg auf den Schießturm und den Neuen Turm zeigten sich die Besucherinnen und Besucher besonders vom guten Erhaltungszustand des historischen Mauerwerks sowie der kompetenten Geschichtsvermittlung beeindruckt.

Beim abschließenden gemeinsamen Kaffeehaus-Besuch wurden noch so manche Informationen und Erfahrungen zwischen den Tourismusverantwortlichen ausgetauscht. Der Blick über den eigenen Tellerrand hat sich gelohnt. – Beeindruckt von der sehenswerten Stadt Znojmo machte sich die Gruppe am späten Nachmittag wieder auf den Heimweg. Vorher wurde jedoch noch ein Gegenbesuch vereinbart – beim Aktionstag Stadtmauer am 27.4.2019 in allen NÖ Stadtmauerstädten und beim Vernetzungstreffen am 18.9.2019 in Retz sind ideale Gelegenheiten dazu.

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