Aktionstag Stadtmauer - Samstag 21. April 2018

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Aktionstag Stadtmauer in Weitra, Foto: Thomas Samhaber

Beim Aktionstag Stadtmauer gab es auch heuer wieder Gelegenheit, die historischen Stadtmauern kennen zu lernen, Neues zu entdecken und Altbekanntes vielleicht in neuem Licht zu sehen. In allen 11 Stadtmauerstädten – Drosendorf, Eggenburg, Groß-Enzersdorf, Hainburg an der Donau, Horn, Laa an der Thaya, Marchegg, Retz, Waidhofen an der Thaya, Weitra und Zwettl – fanden Gratis-Stadtführungen für Einheimische und Gäste statt.

Zahlreiche BesucherInnen folgten der Einladung und erlebten interessante Stadtführungen, spannende Rätselrallyes oder informative Vorträge.

So kamen in Drosendorf zahlreiche Interessierte zum Vortrag „Mauern und Waffen“ von DDr. Franz Felberbauer ins historische Bürgerspital. Der Montanwissenschaftler, Historiker und Waffenexperte schilderte zunächst die Ereignisse, die im Jahre 1278 zur Belagerung von Drosendorf durch Ottokar II. Přemysl geführt hatten. Hauptinhalt des reich bebilderten Vortrags waren die Waffen der Angreifer, deren Transport, sowie die Versorgung der Truppen. Und natürlich die „Bespielung“ der Drosendorfer Stadtmauer mit Armbrüsten und Wurfmaschinen durch die zahlenmäßig weit unterlegenen Verteidiger der Stadt unter der Führung des Stefan von Maissau.
Unter den Besuchern befanden sich auch aktive und zukünftige Stadtführer und Stadtführerinnen, die somit auch vertiefenden Stoff für künftige Führungen durch und um Drosendorf erfahren konnten.

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Vortrag im Bürgerspital Drosendorf, Foto: Stadtgemeinde Drosendorf

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©WeikertschlägerNÖN

In Eggenburg wurde am Aktionstag ein reichhaltiges Programm geboten. Bei der Themenstadtführung „Der weiße Stein von Eggenburg“ am Vormittag nutzten Besucher und Besucherinnen aus Ravelsbach, Wien und Eggenburg selbst die Gelegenheit, Wissenswertes und Interessantes über den Zogelsdorfer Sandstein zu erfahren. Dieser Stein bescherte in der Vergangenheit den Eggenburger Steinmetzen hohes gesellschaftliches Ansehen und diente vor allem im 17. und 18. Jahrhundert über die Landesgrenzen hinaus Künstlern als begehrtes Material für Skulpturen und Denkmäler. Die nächtliche Runde mit dem Eggenburger Nachtwächter war ebenfalls gut besucht. Besonders spannend wurde es, als Nachtwächter Rudolf vom alltäglichen Leben im Mittelalter erzählte. Die Gelegenheit, Eggenburg besser kennen zu lernen, nutzten Gäste aus Zwingendorf und Mistelbach wie auch zwei Eggenburgerinnen. Sie alle genossen die wunderschönen, abendlichen Aus- und Einblicke auf die Stadtmauerstadt.

Der Aktionstag in Hainburg an der Donau war ganz der Fotografie gewidmet. Unter dem Titel „Das historische Hainburg an der Donau durch das Auge einer Kamera gesehen“ machte sich eine Gruppe von Personen auf den Weg, um das mittelalterliche Flair Hainburgs mit der Kamera einzufangen. Komparsen in mittelalterlicher Gewandung unterstützten dabei und posierten gekonnt bei den eindrucksvollen, gut erhalten gebliebenen steinernen Zeugen der Vergangenheit – der imposanten Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren.

Aktionstag_Stm_2018_Marchegg_WanderungKulturstadtrat Karl Heinz Klement und die Umweltpädagogin Barbara Lawugger luden in Marchegg zur Stadtmauernführung am Aktionstag Stadtmauer ein. Unterhaltsame Anekdoten und Geschichten wurden vorgetragen und nach dem Rundgang in einem kniffligen Rätsel zum Thema gemacht. Unter den Storchennestern im Schlosspark und bei herrlicher frühsommerlicher Stimmung verwöhnten die Damen des Heimat- und Kulturvereins Marchegg die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit einer köstlichen Jause. Die Gewinner der Rätselrallye durften sich darüber hinaus über prall gefüllte Geschenkskörbe mit regionalen Produkten freuen.

In Retz stieß das erstmalig durchgeführte Schauschmieden beim historischen Rathaus am Hauptplatz auf großes Interesse. Die zahlreichen Gäste durften miterleben, wie zwei Schmiede das alte Traditionshandwerk vorführten und dabei auf der mobilen Esse Alltagsgegenstände mit Hilfe von Feuer und Muskelkraft herstellten.

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Aktionstag Stadtmauer in Retz, Foto: Stadtgemeinde Retz

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Erlebnisstadtführung in Weitra, Foto: Petra Zimmermann

Unter dem Motto „Begegne dem Mittelalter“ wurde in Weitra eine Erlebnisführung entlang der Weitraer Stadtmauer geboten.  Bei herrlichem Wetter machten sich an die fünfzig Teilnehmer und Teilnehmerinnen gemeinsam mit dem Tag- und Nachtwächter Ernest Zederbauer auf den Weg durch die mittelalterliche Altstadt. Seine Erklärungen und Geschichten, aber besonders auch die kleinen musikalischen Überraschungen des Minnesängers „Sam“ Samhaber wurden mit Begeisterung aufgenommen. Balladen, Gedichte und Lieder aus dem Mittelalter passten stimmungsvoll zum historischen Ambiente der Stadtmauerstadt Weitra.

In strahlendem Sonnenschein präsentierte sich in Zwettl die Stadtmauer unter dem Motto „Vom Mauerblümchen zur historischen Schönheit“. In keinster Weise ist die Zwettler Stadtmauer ein unscheinbares Mauerblümchen, sondern eine mächtige und bedeutende Sehenswürdigkeit von beeindruckender Schönheit. Die interessierten Besucher erlebten eine stimmungsvolle historische Reise in die Zwettler Vergangenheit. Mit spannenden Geschichten und viel Leidenschaft begleitete Helmut Hahn den „erdigen“ Rundgang entlang der Stadtmauer. Gespickt mit der fachlichen Gärtnerkompetenz begeisterte Herr Hahn mit Wissen rund um Sträucher, Bäume und krautige Pflanzen. Gerne stand er Rede und Antwort zur Fülle der individuellen Fragen. Alle freuten sich zum Abschluss über Blumensamen für Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Wicken – diese Blumen blühten bereits im Mittelalter und wurden auch für Arzneien und Kosmetik verwendet.

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Aktionstag Stadtmauer in Zwettl

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gratis-Stadtführungen konnten auch heuer wieder neue und unbekannte Seiten der Stadtmauerstädte entdecken und gemeinsam in die Vergangenheit eintauchen. Sie zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt des Erlebten und freuen sich auf eine Fortsetzung.

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Zwettl

Gewinnspiel der NÖ Stadtmauerstädte

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Neues Spiel – neue Chance

Auch heuer gibt es wieder ein Gewinnspiel der NÖ Stadtmauerstädte, bei dem es Aufenthalte in einer Stadtmauerstadt nach Wahl zu gewinnen gibt:

  1. Preis: Wochenend-Aufenthalt inkl. 1 Nächtigung mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, Stadtführung und Museumsbesuch
  2. Preis: Stadtführung, Mittag- oder Abendessen und Museumsbesuch
  3. Preis: Stadtführung und Mittag- oder Abendessen

jeweils für 2 Personen

Das Motiv auf der Karten-Vorderseite stammt aus Waihofen an der Thaya und  zeigt die Sommerpromenade – einen sonnigen Rundweg, der sich südlich des Stadtzentrums zwischen Privatgärten und Dächern die historische Stadtmauer entlang schlängelt und wunderschöne Ausblicke auf die Thaya und die hügelige Waldviertler Landschaft der Umgebung bietet. Seine Fortsetzung findet der beliebte Spazierweg in der Winterpromenade. Diese steht der Idylle um nichts nach und führt vom Schloss die schattige Nordseite der Stadtmauer entlang.

Gewinnkarten liegen bei den Tourismusinfostellen, Museen und zahlreichen Betrieben in allen 11 Stadtmauerstädten auf. Online-Teilnahme ist auf dieser Website möglich. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2018.

Besuch beim Nachbarn - Freistadt/OÖ

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Einen Blick über den eigenen Tellerrand machte am 16. März 2018 eine Exkursionsgruppe der NÖ Stadtmauerstädte mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Hainburg an der Donau, Eggenburg, Drosendorf, Horn, Zwettl und Weitra, um sich in Freistadt/OÖ dortige Projekte und Aktivitäten rund um die Stadtmauer anzusehen.

Die rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden von Tourismus-Stadtrat Clemens Poißl und Stadtmanagerin Bettina Braumann herzlich empfangen. Austria Guide Sonja Thauerböck führte die Gruppe anschließend durch die Innenstadt und gab einen Einblick in die überaus interessante Geschichte. 1220 von den Babenbergern an einem alten Handelsweg nach Böhmen gegründet, kam Freistadt aufgrund besonderer Privilegien zu Wohlstand. Viele historische Bauwerke und Details aus der Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert machen heute das besondere Flair der Stadt aus. Der Salzhof, das älteste Bauwerk der Stadt, wurde zu einem intensiv genutzten Veranstaltungszentrum mit überdachtem Innenhof umgestaltet.

Auch ein Großteil der Stadtmauer ist erhalten geblieben, und noch immer gelangt man durch das Böhmertor im Norden und das Linzertor im Süden ins Stadtzentrum. Vom Alltagsleben in früheren Zeiten erhielt die Besuchergruppe im Schlossmuseum einen guten Eindruck. Von dort ging es direkt hinauf auf den 50 m hohen Bergfried mit seiner beeindruckenden Aussicht auf die Dachlandschaft und die Umgebung Freistadts. Der Turm ist auch das Highlight des „Höhenflugs“, einer als Gruppenangebot konzipierten Erlebnisinszenierung mit Hoch- und Niedrigseil-Elementen inmitten der Stadt. Dabei schwebt man von der Brüstung des Bergfrieds direkt in die Themengärten im Stadtgraben. Der Graben wird generell als Erholungs- und Freizeitraum vielfältig genutzt. Neben den ansprechend gestalteten Themengärten, die als Oasen der Ruhe fungieren, bietet der Bewegungspark Balance- und Geschicklichkeitsgeräte sowie Elemente für Kraftübungen für alle Generationen.

Nach einem Mittagessen im historisch-zeitgenössischen Brauhaus folgte der zweite Teil der Stadtbesichtigung – diesmal mit dem Stadtführer Otto Ruhsam, der sein archäologisches und historisches Wissen in den unterirdischen Kellergewölben und bei zahlreichen Gebäudedetails an die Besuchergruppe weitergab.

Die letzte Station im Stadtgraben war dem Pétanque-Spiel gewidmet. Hierorts großteils unbekannt, wird das Kugel-Wurfspiel vor allem in südlichen Ländern viel in Parks und anderen öffentlichen Freiräumen gespielt. In Freistadt wird der gesellige Sport im Sommer auf einem kleinen Platz direkt an der Stadtmauer und im Winter in einer Halle betrieben. Die Exkursionsteilnehmer durften einige Kugelwürfe versuchen. Könnte gut sein, dass auch in einer niederösterreichischen Stadtmauerstadt demnächst eine Pétanque-Spielgruppe entsteht!

Der Blick über den Tellerrand hat sich gelohnt. – Beeindruckt von der sehenswerten Stadt Freistadt und von den freundlichen und professionellen Stadtführungen machte sich die Gruppe gegen Abend wieder auf den Heimweg.

www.freistadt.at

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NÖ Stadtmauerstädte - gemeinsam als Verein aktiv

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Als Idee im Jahr 2001 entstanden und als lose Arbeitsgemeinschaft seit 2003 verbunden, schlossen sich die 11 Mitgliedsstädte der NÖ Stadtmauerstädte – Drosendorf, Eggenburg, Groß-Enzersdorf, Hainburg an der Donau, Horn, Laa an der Thaya, Marchegg, Retz, Waidhofen an der Thaya, Weitra und Zwettl – bei der Gründungssitzung am 28. Februar 2018 in Eggenburg zu einem Verein zusammen. Zur Obfrau wurde die bisherige ARGE-Sprecherin Susanne Satory, Vizebürgermeisterin der Stadtgemeinde Eggenburg, gewählt. Sie bedankte sich für das Vertrauen und zeigte sich optimistisch, was die zukünftige Kooperation der Städte im gemeinsamen Verein betrifft.

Die Gemeinschaft der NÖ Stadtmauerstädte kann auf eine Reihe von Projekten und Aktivitäten zurückblicken, die – zu einem großen Teil mit finanzieller Unterstützung durch die NÖ Stadterneuerung – gemeinsam umgesetzt wurden. So wurde in den Anfangsjahren eine touristische Studie als Basis für die weiteren Maßnahmen erstellt, und bei Exkursionen zu Städten mit Stadtmauern in Tschechien und Kärnten ein Blick über den eigenen Tellerrand gemacht. Es folgte die Entwicklung eines Corporate Designs mit einem gemeinsamen und 11 individuellen Foldern, einheitlich beschilderten Themenwegen unter Einbeziehung der Stadtmauer in jeder Stadt, einer eigenen Homepage, Fahnen, Rollups und anderem mehr.

Um die Qualität der Stadtführungen zu heben, nahmen die Stadtführer und Stadtführerinnen an einem Qualifizierungslehrgang teil. Für Gastronomen wurde ein Workshop mit dem Titel „Schlemmen und Schmausen im Mittelalter“ und für Bauhofmitarbeiter eine Schulung durch das Bundesdenkmalamt zur fachgerechten Stadtmauern-Sanierung und -erhaltung organisiert.

Seit Jahren gibt es ein jährliches Gewinnspiel, einen regelmäßigen Newsletter und den Aktionstag Stadtmauer, der Interesse für das wertvolle kulturhistorische Erbe bei Einheimischen und Gästen wecken soll. Auch Schul- und Fotowettbewerbe wurden fallweise veranstaltet, und die Wanderausstellung „Kleider machen Leute“ über Kleidung und deren Herstellung im Mittelalter war in allen Stadtmauerstädten zu sehen. Unter dem Projekttitel „Inszenierung Stadtmauer“ wird aktuell von einigen Städten die Stadtmauer oder Teile davon mit Effektbeleuchtung betont.

Bei all diesen Aktivitäten wurden die Stadtmauerstädte von Beginn an durch Mitarbeiterinnen der NÖ Dorf- und Stadterneuerung bzw. seit 2015 der NÖ.Regional.GmbH betreut. Dass dies aufgrund der bisherigen Erfolge auch weiterhin so sein soll, darüber waren sich die Gründungsmitglieder des Vereins am 28. Februar einig. Auch die regelmäßigen Aktivitäten sollen weitergeführt werden, ergänzt durch eine jährliche Fachexkursion der Mitgliedsstädte im Frühjahr und ein Vernetzungstreffen im Herbst, zu dem nicht nur Vereinsmitglieder, sondern alle Städte Niederösterreichs mit Stadtmauern eingeladen werden. Grundsätzlich ist der Verein für neue Mitgliedsstädte offen, die vorherige Anpassung an die gemeinsame Auftrittslinie wird jedoch vorausgesetzt.