Auf Schritt und Tritt Geschichte spüren

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Unter diesem Titel lud die Arbeitsgemeinschaft NÖ Stadtmauerstädte – Drosendorf, Eggenburg, Groß-Enzersdorf, Hainburg a.d. Donau, Horn, Laa a.d. Thaya, Marchegg, Retz, Waidhofen a.d. Thaya, Weitra und Zwettl – am 21. November 2017 zum Vernetzungstreffen nach Groß-Enzersdorf ein. Die kleine Stadt nahe Wien wird dem Veranstaltungsmotto gerecht: Ein beschilderter Rundweg im Corporate Design der NÖ Stadtmauerstädte wurde geschaffen,  regelmäßig finden Themenstadtrundgänge statt, und historische Gebäude werden mit kulturellen Veranstaltungen belebt.

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Die VeranstaltungsteilnehmerInnen aus allen Kooperationsstädten sowie anderen niederösterreichischen Städten mit Stadtmauern konnten sich nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Dipl.Päd. Monika Obereigner-Sivec beim ersten Programmpunkt, einem Rundgang durch den historischen Kotter und zur imposanten Stadtmauer mit „Nachtwächter“ Hans Leitgeb, persönlich von der interessanten Geschichte der Stadt überzeugen.

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In Groß-Enzersdorf ist trotz des reichen kulturhistorischen Erbes die Zeit jedoch keineswegs stehen geblieben. Dies zeigte ein Einblick in die laufenden Projekte und Vorhaben, den DI Michaela Krämer von der Stadtgemeinde bot. Demnach soll, basierend auf einem umfassenden Masterplan, das Ortszentrum umgestaltet werden. Die Errichtung eines neuen, zeitgemäßen Veranstaltungssaales ist im Burghof-Areal geplant, und bessere Nutzungsmöglichkeiten für den Stadtpark, der sich als grünes Band die Stadtmauer entlang zieht, sollen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht werden.

Dr. Herwig Weigl vom Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien entführte die VeranstaltungsteilnehmerInnen anschließend wieder in die Vergangenheit zurück. Er beleuchtete die funktionalen und örtlichen Beziehungen der spätmittelalterlichen Städte mit ihrem Umland und machte dadurch das intensive Stadt-Land-Gefüge bis in unsere Zeit deutlich. Auf einer anderen Ebene beschäftigte sich Dr. Franz Stürmer in seinem Referat mit den Wirkungen früherer Epochen auf unser heutiges Alltagsleben. Er erklärte  Herkunft und Sinn verschiedener Redensarten, die heute noch üblich sind, und beschäftigte sich im zweiten Teil seines Referates mit den Kräutern an der Stadtmauer, die früher wie auch heute Verwendung finden.

Zuletzt zeigte ein Überblick über die Aktivitäten der NÖ Stadtmauerstädte, dass die Kooperation auch im nächsten Jahr einiges vorhat. Vorerst steht die Umwandlung der bisherigen Arbeitsgemeinschaft in einen Verein bevor, die Ende Jänner 2018 durchgeführt werden soll. Die Marketingaktivitäten wie Gewinnspiel und Newsletter sollen fortgeführt werden, darüber hinaus ist eine gemeinsame Exkursion in eine Stadtmauerstadt außerhalb Niederösterreichs geplant. Beim 5. Aktionstag Stadtmauer am 21.4.2018 werden die Stadtmauern mit kostenlosen Stadtführungen und weiteren Aktivitäten der eigenen Bevölkerung und Gästen näher gebracht, und im Herbst ist wieder ein Vernetzungstreffen vorgesehen.

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Werfen Sie einen Blick über die Mauer - und gewinnen Sie!

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Nur noch bis 31. Dezember 2017 läuft das aktuelle Gewinnspiel der NÖ Stadtmauerstädte, bei dem es Aufenthalte in einer Stadtmauerstadt nach Wahl zu gewinnen gibt:

  1. Preis: Wochenend-Aufenthalt inkl. 1 Nächtigung mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, Stadtführung und Museumsbesuch
  2. Preis: Stadtführung, Mittag- oder Abendessen und Museumsbesuch
  3. Preis: Stadtführung und Mittag- oder Abendessen

jeweils für 2 Personen

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist online oder mittels Gewinnkarte möglich. Gewinnkarten liegen bei den Tourismusinfostellen, Museen und zahlreichen Betrieben in allen 11 Stadtmauerstädten auf.

Das Motiv auf der Vorderseite der Gewinnkarte 2017 zeigt die imposante Stadtmauer von Eggenburg, die im Rahmen von Stadtführungen und bei Veranstaltungen von der Kanzlerwiese aus begehbar ist.

Aktionstag Stadtmauer - 22. April 2017

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Foto: Brigitte Samhaber

Die Stadtmauern besser kennenlernen – das ist das Ziel des Aktionstages Stadtmauer, der heuer zum 4. Mal von den NÖ Stadtmauerstädten veranstaltet wurde und sich mit einem vielfältigen Programm an Einheimische und Gäste gleichermaßen richtete. Zahlreiche BesucherInnen folgten trotz unfreundlichen Wetters der Einladung und erlebten interessante Stadtführungen, spannende Rätselrallyes oder informative Ausstellungen.

In Drosendorf spazierte eine interessierte Gruppe mit dem Bauhistoriker MMag. Ronald Woldron an der Sommer- und Winterpromenade die Stadtmauer entlang. Der geschätzte Fachmann für historische Mauern lüftete so manches Geheimnis der Drosendorfer Verteidigungsanlagen und gab in sehr lebendiger Art Einblick in das Leben innerhalb der mittelalterlichen Stadt.

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Der Aktionstag Stadtmauer bot in Eggenburg die Gelegenheit, durch eine Jubiläumsstadtführung auf die 10-jährige Zusammenarbeit der Stadtgemeinde mit den NÖ Stadtmauerstädten aufmerksam zu machen. Die Stadtführer und Stadtführerinnen, seit 2007 ein gewohnter Anblick in Eggenburg, führten diesmal über 30 Gäste aus Nah und Fern gemeinsam zu den Sehenswürdigkeiten Eggenburgs mit besonderem Augenmerk auf die mittelalterliche Stadtmauer. Sie lösten einander bei einzelnen Stationen ab, um sich so den TeilnehmerInnen mit ihren Lieblingsthemen zu präsentieren. BesucherInnen und StadtführerInnen genossen zum Ausklang das gemütliche Beisammensein im Gewölbe eines schönen alten Hauses. Bei Einbruch der Dunkelheit entführte Nachtwächter Rudi drei Kinder und einen Erwachsenen in eine längst vergangene Zeit. Er passte sich mit einer Kinder-Nachtwächterführung innerhalb der Stadtmauern an seine Gruppe an und sah trotz Sprühregen und Temperaturen um die 8 Grad in glückliche Gesichter.

Foto: S. Satory

Foto: S. Satory

Hainburg_Aktionstag_GruppeDer Aktionstag in Hainburg an der Donau war einem speziellen Thema – „Der 2. Weltkrieg in und um Hainburg an der Donau“ gewidmet. Trotz schlechten Wetters folgten über 20 Personen der Einladung und erhielten Einblick in die damalige schwere Zeit in der Stadt Hainburg. Die Stadtführer informierten die BesucherInnen über die Wehrmachts- und Kriegseinrichtungen in und um Hainburg, insbesondere am Spitzerberg, über die Verkehrsverbindungen und die Straßenumbenennungen. Anhand von Bildern wurden die Zerstörungen in der Stadt – etwa am Bahndamm – gezeigt.

In Waidhofen an der Thaya war das prachtvolle Rathaus Ausgangspunkt der Stadtführung. Das Interesse und die Begeisterung der Gäste waren sehr groß. Nach einer umfassenden Führung durch Waidhofen an der Thaya und entlang der Stadtmauer mit allen Sehenswürdigkeiten und Highlights wurden die BesucherInnen verabschiedet, und die Veranstaltung fand einen stimmungsvollen Ausklang.

Ganz der Mode und dem Leben im Mittelalter war der Aktionstag Stadtmauerstädte in Weitra gewidmet. Anlass dafür war die Sonderausstellung im Museum Alte Textilfabrik mit dem Titel „Kleider machen Leute, Leute machen Kleider“ die an diesem Tag eröffnet wurde. Die geplante Erlebniswanderung entlang der Stadtmauer musste leider aufgrund des schlechten Wetters abgesagt werden. Dennoch machten sich am Nachmittag viele Interessierte mit dem Nachtwächter Ernest Zederbauer auf den Weg nach Brühl. Dort lud Obfrau Brigitte Temper-Samhaber ins Museum mit vielen kleinen Überraschungen. Die Wanderer wurden bereits von zahlreichen geladenen Gästen erwartet – unter ihnen auch Bürgermeister Raimund Fuchs, Vizebürgermeisterin Petra Zimmermann Moser, Dr. Wolfgang Katzenschlager, Prof. Herbert Knittler und Prof. Albert Hackl. Die anschließende Eröffnung der Sonderausstellung wurde mit mittelalterlichen Gedichten, Gesängen und Klängen umrandet – diese ließen die BesucherInnen in die Welt des Mittelalters eintauchen. Einen Eindruck über die damalige Mode und ihre Herstellungsweise bekamen die Gäste beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung, die neben Schautafeln und Gemälden auch Werkzeuge und Kleidungstücke aus dem Mittelalter zeigt. Die Sonderausstellung „Kleider machen Leute – Leute machen Kleider“ ist noch bis 31. Oktober 2017 im Museum Alte Textilfabrik in Brühl zu sehen. Weitere Informationen finden Sie unter www.textilstrasse.at.

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Foto: Sabine Preißl

Auch in Zwettl wurde einiges geboten. Unter dem Motto „G’schichten und Kulinarisches rund um die Mauer“ fand ein stimmungsvoller Stadtrundgang statt. Erstmals präsentierte sich dabei auch die historische „AGNES“ (Elisabeth Moll), eine Frauenfigur aus dem Stammbaum der Kuenringer. „AGNES“ wird auch künftig auf Wunsch gerne Themenstadtführungen für Individualgäste und Gruppen anbieten, Reservierungen werden in der Zwettl-Info entgegengenommen. Kulinarisch wurden die „wettertapferen“ BesucherInnen im Anschluss im Alten Rathaus mit einer Kräutersuppe im Brotschüsserl verwöhnt (in Anlehnung an eine historische Rezeptvorlage).

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Die BesucherInnen der Gratis-Stadtführungen konnten neue und unbekannte Seiten der Stadtmauerstädte entdecken und gemeinsam in die Vergangenheit eintauchen. Sie zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt des Erlebten und freuen sich auf eine Fortsetzung.